
Autogenes Training
Entspannung aus eigener Kraft
Es gibt viele Wege, deinem Körper und deiner Seele etwas Gutes zu tun. Welche Entspannungsmethode zu dir passt, hängt ganz von deiner persönlichen Situation, deinen Bedürfnissen und deinem Empfinden ab. Gerne begleite ich dich dabei, die für dich passende Methode zu finden und sicher zu erlernen.
Eine der bewährtesten und am häufigsten angewendeten Methoden ist das Autogene Training.
Was ist Autogenes Training?
Das Autogene Training wurde vom Berliner Neurologen und Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt. Es basiert auf der Erkenntnis, dass der Mensch sich durch gezielte Selbstinstruktion in einen tiefen Entspannungszustand – eine Art Trance – versetzen kann.
Der Begriff „autogen“ bedeutet „aus sich selbst heraus entstehend“. Genau darum geht es: Du lernst, Entspannung eigenständig in dir zu erzeugen.
Ziel ist es, ein angenehmes Gefühl von Ruhe, Schwere und Wärme im Körper zu entwickeln. Herzschlag und Atmung beruhigen sich, der Körper regeneriert sich, und dein Nervensystem kann vom Stressmodus in die Entspannung wechseln.
Wie funktioniert Autogenes Training?
Das Autogene Training ist bereits innerhalb weniger Sitzungen erlernbar.
Du sitzt oder liegst bequem, schließt die Augen und wiederholst innerlich bestimmte Formeln wie zum Beispiel:
„Ich bin ruhig und entspannt.“
Dabei richtest du deine Aufmerksamkeit nach innen – ruhig, ohne Druck und ganz in deinem Tempo.
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Die klassische Grundstufe besteht aus sechs Übungen:
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1. ​Schwereübung
entspannt die Muskulatur
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2. Wärmeübung
fördert die Durchblutung​
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3. Herzübung
beruhigt den Herzschlag​
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4. Atemübung
reguliert und vertieft die Atmung​
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5. Sonnengeflechtsübung
entspannt die inneren Organe​
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6. Stirnkühle
fördert Klarheit und geistige Frische
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Am Ende jeder Übung erfolgt eine bewusste Rücknahme (z. B. tief einatmen, Fäuste ballen, sich strecken), damit du wieder wach, präsent und gestärkt in deinen Alltag zurückkehrst.
Warum Autogenes Training mit therapeutischer Begleitung?
Grundsätzlich kannst du Autogenes Training auch allein erlernen. Dennoch hat eine professionelle Begleitung Vorteile:
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1. Du lernst es richtig – nicht nur „irgendwie“
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Ich leite dich strukturiert an und gehe auf deine individuellen Bedürfnisse ein. Nicht jeder spürt sofort Schwere oder Wärme – das ist völlig normal. Gemeinsam finden wir deinen Zugang.
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2. Sicherheit bei körperlichen oder emotionalen Reaktionen
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Während der Übungen können ungewohnte Empfindungen auftreten, wie z. B. Kribbeln, Schwindel, starke Müdigkeit oder emotionale Reaktionen.
Diese sind meist harmlos, können jedoch verunsichern. Ich erkläre dir, was dabei passiert, und sorge dafür, dass du dich jederzeit sicher fühlst.
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3. Mehr Vertrauen, weniger Zweifel
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Durch die ruhige Begleitung fällt es dir leichter, dich einzulassen. Du gewinnst schneller Vertrauen in die Methode und in dich selbst.
4. Dranbleiben statt aufgeben
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Viele Menschen üben allein unregelmäßig oder hören schnell wieder auf. In der gemeinsamen Arbeit entsteht Verbindlichkeit – und damit nachhaltiger Erfolg.
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5. Besonders empfehlenswert bei:​
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starken Ängsten
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psychosomatischen Beschwerden
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ausgeprägtem Kontrollbedürfnis
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Schwierigkeiten beim Loslassen
Nachhaltige Wirkung durch regelmäßige Praxis
Sobald du das Autogene Training sicher beherrschst, empfehle ich dir, über einen Zeitraum von etwa acht Wochen täglich mindestens fünf Minuten zu üben.
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So verankert sich die Entspannung nachhaltig in deinem Nervensystem – und wird zu einer verlässlichen Ressource im Alltag.